Textilien
Das Herstellen von Textilien bzw. Bekleidung ist eine der ältesten Technologien der Menschheit. Bereits die Menschheit in der Steinzeit beherrschte die Kunst des Webens und setzte so genannte Gewichts-Webstühle ein, die vom Konstruktionsprinzip her sogar bis ins Mittelalter verwendet wurden. Dabei wurden nicht nur Flachs und Wolle verarbeitet, sondern auch Rindenbast von Linden, Eichen und Ulmen. Den alten Hochkulturen in Assyrien, Babylon und Phönizien z.B. verhalf die Herstellung von Textilien und Teppichen zu ihrem Reichtum. Gleichzeitig wurde die Kunst des Spinnens verfeinert und Färbeprozesse entwickelt, so dass z.B. die Bildweberei ernsthaft mit der Malerei konkurrierte. Schon zu Zeiten des Römischen Kaiserreiches wurde auch andere Garne als Wollgarne verwendet, z.B. Leinen und chinesische Seide. Im 16. Jahrhundert wurde dann die Produktions-technik enorm durch die Einführung des mechanischen Webstuhles verändert und durch die revolutionäre Veränderung durch Lochkarten-gesteuerte Webstühle, die in Lyon von J.M. Jacquard im Jahre 1805 entwickelt wurden. Der erste elektrische Webstuhl wurde dann 1879 von Siemens gebaut.
In heutiger Zeit sind Textilien und textile Strukturen aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Waren Textilien ursprünglich als Schutz vor Witterung gedachte, so werden sie heute eingesetzt in so unterschiedlichen Bereichen wie textile Architektur und Gebäudetechnik, als Filter für Luft- und Wasserreinhaltung, im Innenraum und Kofferraum von Fahrzeugen, als Sonnen- und UV-Schutz, als Verpackung von Industriegütern, als Sonnensegel von Satelliten, als Bepflanzungs- und Bewuchsgewebe und zahlreichen anderen Anwendungen.
Die zertifizierten np-Beschichtungen leisten heute als nanotechnologische Ausrüstung im Bekleidungssektor einen enormen Beitrag zur Entwicklung so genannter intelligenter Textilien („smart Textiles“) mit eingebauten High-Tech-Funktionen, die einen wahrnehmbaren Nutzen für den Verbraucher bieten:
- Wasserabweisung (Hydrophobie)
- Ölabweisung (Oleophobie)
- Schmutzabweisung (Anti-Soiling)
- Scheuerschutz (Abrasionsschutz)
- Unveränderte Atmungsaktivität
- Keine fühl- und sichtbare Veränderung des Textils
- Antimikrobieller Faserschutz
- Verbesserung der Farbechtheit
Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob Natur- oder Kunstfasern eingesetzt werden oder Hybridmaterialien, z.B. aus Baumwolle und Polyester bestehen. Jede Faserart kann mit np-Beschichtungen erweiterte Funktionalitäten erhalten.
Technische Textilien, also solche textilen Strukturen, die nicht im Bekleidungssektor eingesetzt werden, können aus den unterschiedlichsten Materialien und Materialmixturen bestehen. Man unterscheidet dabei im Wesentlichen zwischen Geweben, Filzen (Nadelfilzen, wasserstrahl-vernadelte Filze), Vliesstoffen und Spinnvliese. Dabei werden Monofilamente und Multifilamente verwendet, Stapelfasern aus den unterschiedlichsten Kunststoffen, Fasern mit verschiedenen Titern, Garne mit variierenden Festigkeiten und vieles mehr. Zusätzlich zu den bereits oben genannten Funktionalitäten können durch np-Beschichtungen folgende Eigenschaften eingestellt werden:
- Hydrolyseschutz
- Säuren- und Laugenbeständigkeit
- Funkenschutz
- Scheuerfestigkeit
- Oxidationsschutz
- Verbesserte Abreinigbarkeit
In Zusammenarbeit mit unseren Kunden können auch andere Funktionen definiert und hergestellt werden.
Da unsere Ausrüstungssysteme alle flüssigkeitsbasiert sind, können die in der Textilindustrie üblichen Ausrüstungsverfahren eingesetzt werden. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern optimieren wir die Verfahren hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Ökologie. Dabei stellen wir auch unsere Erfahrungen mit Minimal-Auftragsverfahren wie Rotationszerstäubern, Walzenauftragsverfahren oder Kiss-Coat-Verfahren zur Verfügung.
